Grafikkarte übertakten (Teil 1)

Warum übertakten?
Falls in manchen Spielen die FPS etwas zu niedrig sind oder sich gerade so an der Grenze des Spielbaren befinden, kann man die Grafikkarte übertakten, um ein paar zusätzliche FPS zu gewinnen. Im Gegensatz zum Übertakten des Prozessors, ist das ziemlich simpel und problemlos per Software unter Windows durchzuführen.

Vorab: Es ist immer kritisch, Notebook Grafikkarten zu übertakten. Dort sind sowohl die Stromversorgung als auch die Kühlleistung sehr begrenzt, weshalb man hier deutlich weniger Spielraum hat.

Was benötigt man?
Die Übertaktung in diesem Tutorial basiert auf drei kleinen Tools, mit deren Hilfe ihr alles einstellen, auslesen und testen könnt:

Vorbereitung
Zuerst prüfen wir, welchen Grafikchip wir verbaut haben und welche Taktraten dieser im Standard nutzt.
Die Taktraten stehen bei GPU-Z unter „Default Clock“, in meinem Fall 1040/1300MHz. Falls sich die Werte bei „GPU Clock“ und „Default Clock“ unterscheiden, habt ihr bereits eine ab Werk übertaktete Grafikkarte, was das Leistungspotenzial beim Übertakten etwas einschränken könnte.

Im Anschluss testen wir das Temperaturverhalten der Grafikkarte unter Volllast. Dafür benutzen wir Furmark. Dieses Tool lastet die Grafikkarte bis zu ihrem Maximum aus und simuliert so ziemlich gut den Einsatz in stundenlangen Spielesessions. Für einen ersten Eindruck der Temperaturen, stellen wir bei Furmark die Bildschirmauflösung relativ hoch, im Idealfall auf eure Monitorauflösung. Zusätzlich kann man unter „Anti-aliasing“ den Wert „2x MSAA“ auswählen, um noch mehr Last zu erzeugen. Danach starten wir mit einem Klick auf „Burn-in Test“ den Test und lassen den Felldonut etwa 5 Minuten kreisen.

Falls ihr einen Vergleichswert der Vorher-Nachher Leistung wollt, solltet ihr noch einen der beiden Benchmark Buttons klicken und euch den erreichten Wert nach Ende notieren.

Das Übertakten
Nun können wir mit dem eigentlichen Übertakten anfangen. Dafür benutzen wir unser drittes Tool, den MSI Afterburner. Anders als der Name vermuten lässt, funktioniert das Tool nicht nur mit Grafikkarten von MSI, sondern mit allen gängigen AMD und NVidia Chips.


Für den Anfang ist nur der Core Clock relevant. Dies ist die Einstellung, mit welcher wir der Grafikkarte sagen, wie schnell sie arbeiten soll. Bei mir steht der Wert aktuell auf 1040MHz, äquivalent der Anzeige in GPU-Z, die wir bereits augelesen haben. Im ersten Schritt erhöhen wir diesen Wert minimal, bspw. um 15-20MHz. Im Anschluss bestätigen wir den neuen Wert mit dem Haken.

Nach einigen Sekunden sollte sich der Wert in GPU-Z auch aktualisiert haben und wir können den ersten Test in Furmark ausführen. Dafür empfehle ich, wieder den kurzen „Benchmark Preset“ zu nutzen. Im Anschluss könnt ihr direkt die Punktzahlen vergleichen, um eure Verbesserung gegenüber dem Serienzustand im Auge zu behalten.

Diese Schritte wiederholt ihr nun so lange, bis Furmark entweder ein Flackern im Bild produziert oder ganz abstürzt. Keine Angst, ein Absturz ist nichts tragisches, dabei wird lediglich der Grafiktreiber neu gestartet und ihr müsst Furmark ebenfalls neu starten.
Wenn ihr solche Bildfehler oder Abstürze erhaltet, gibt es 2 Möglichkeiten:

  • Ihr geht zur letzten stabilen Taktrate zurück, falls ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid
  • Ihr erhöht die Spannung, Lüfterdrehzahl oder weitere Parameter

Falls ihr euch für Möglichkeit 1 entscheidet, durchlauft ihr die ganzen Schritte im Afterburner auch noch für den „Memory Clock“. Gleiche Vorgehensweise, gleiches Testverfahren.
Wenn ihr dort ebenfalls am Limit angekommen seid, empfiehlt es sich noch, einen längeren Test über Furmark auszuführen, um eine dauerhafte Stabilität im Alltagsbetrieb zu gewährleisten. Ich empfehle hierbei mindestens 20-30 Minuten, länger ist aber immer besser.

Um das Limit der Karte noch weiter auszureizen, benötigt man weitere Einstellungen, Tools oder sogar Bauteile.
Welche Optionen sich dafür eignen, was ihr benötigt und wie ihr hierfür vorgeht, wird im zweiten Teil der Anleitung erklärt.
Bis dahin könnt ihr schonmal fleißig mit der hier erklärten Methode testen und basteln.

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, gerne in die Kommentare damit, am besten zusammen mit euren erreichten Ergebnissen!

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